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Das Fliegenfischen, seltener auch als Flugangeln bezeichnet, ist eine besondere Angelmethode, bei der zumeist sehr kleine und leichte Kunstköder verwendet werden, welche die namensgebende Fliege oder andere Fluginsekten imitieren sollen. Dabei werden die Köder von den Anglern oft selbst gebunden und sehen bei besonders begabten Fliegenbindern verschiedenen Insektenarten zum Verwechseln ähnlich. Seltener werden vom Fliegenfischer auch größere Fliegen, beispielsweise so genannte Streamer zum Fischen verwendet, welche Beutetiere wie Fische, Frösche oder Mäuse imitieren. Diese zählen nur eingeschränkt zum Fliegenfischen und werden nur aufgrund der Verwendung der gleichen Materialien zu dieser Angeltechnik gezählt.

Was ist Fliegenfischen bzw. wie funktioniert es?

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Diese Angeltechnik beruht darauf Fische durch die Verwendung von kleinen und besonders leichten Kunstködern zu einem Biss zu animieren. Eine sehr große Anzahl der heimischen Süßwasserfische jagt zumindest zu einem gewissen Anteil kleine Tiere, die entweder im Gewässer leben oder auf dem Wasser treiben, weil sie gerade zur Eiablage darauf gelandet sind, sich aus einer wasserlebenden Nymphe an der Oberfläche zum fertigen Insekt häuten oder weil sie auf das Wasser gestürzt sind und hier mit schwachen Bewegungen zappeln. Diese Technik wird als klassische Form des Fliegenfischens angesehen und wird als Trockenfliegenfischen bezeichnet. Die Köder bestehen hierbei aus sehr leichten, schwimmfähigen und wasserabweisenden Materialien. Beim Nassfliegenfischen tauchen die Fliegen knapp unter die Wasseroberfläche. Das Nymphenfliegenfischen nutzt einen Bleidraht an den Ködern, damit diese absinken und am Grund der Gewässer verwendet werden können. Eine Technik aus Tschechien, bei der mehrere solcher Nymphenköder verwendet wird, wird von der Mehrzahl der Fliegenfischer abgelehnt, da bei dieser Technik nicht die Schnur, sondern, wie bei anderen Angeltechniken, das Gewicht der Köder ausschlaggebend ist. Das Gewicht der Schnur ist beim Fischen mit der Fliege üblicherweise das wichtigste Gewicht. Bleigewichte und ein schweres Vorfach werden beim Fliegenfischen nicht genutzt. Die letzte Methode ist die Nutzung der so genannten Streamer. Ein Streamer ist eine besonders große Form des Fliegenköders und imitiert größere Beute, wodurch auch größere Fische zu einem Biss animiert werden können. Die Größe und das Gewicht der Streamer ist so groß, dass nur schwere Ausrüstung zum Fliegenfischen verwendet werden kann. Alternativ kann auch besonders leichte Ausrüstung zum Spinnfischen verwendet werden. Bei diesen Ködern verschwimmen ein wenig die Grenzen zwischen diesen beiden Angeltechniken.

Wo kann man Fliegenfischen lernen?

Das Fliegenfischen ist eine besondere Angeltechnik, die sich, abgesehen von Spinnangeln mit leichter Ausrüstung, stark von allen anderen Techniken unterscheidet. Hierbei muss der Angler eine spezielle Wurftechnik erlernen und anwenden. Dies ist deshalb notwendig, weil die Schnur nicht vom Köder, Bleigewichten oder dem Vorfach abgezogen wird, sondern durch ihr Eigengewicht von der Rolle gezogen wird. Um dieses Eigengewicht nutzen zu können, muss der Angler die Wurftechnik daran anpassen. Da Fliegenfischen sich zunehmender Beliebtheit erfreut, werden vielerorts spezielle Kurse dafür angeboten. Wer das Fliegenfischen erlernen Möchte, der kann zunächst befreundete Angler fragen, ob sie eine lokale Möglichkeit kennen oder eventuell wo sie selbst das Fliegenfischen gelernt haben. Alternativ kann auch eine Anfrage bei einer Angelschule oder im örtlichen Angelverein zum Erfolg führen. Spätestens bei einer Suche im Internet sollten sich einige geeignete Angebote finden und hier auch direkt vergleichen lassen. Wer bereits Erfahrung beim Angeln hat, der kann jedoch auch versuchen mit leichtem Spinnangelzubehör und dem Streamer zu üben und sich dann langsam über schwere Ausrüstung zum Fliegenfischen weiter zu leichteren Ruten vor zu arbeiten.

Wo

Was braucht man zum Fliegenfischen?

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Zum Fliegenfischen benötigt man eine geeignete Rute, die passende Rolle, eine Flugschnur und eine Backingschnur, sowie ein Vorfach und eine Fliege. Da die Fliegen sehr leichte Beute imitieren und selbst ein entsprechend geringes Gewicht hat, muss die gesamte Ausrüstung auf dieses geringe Gewicht ausgelegt sein. Das Hauptaugenmerk muss dabei auf der Flugschnur liegen, da von ihr das erfolgreiche Auswerfen der Streamer oder anderer Köder abhängt und sie darüber hinaus das Schwimmverhalten beeinflusst. Die Flugschnur wird deshalb anhand mehrerer Eigenschaften unterschieden, die alle bei der Auswahl beachtet werden müssen. Das erste Kriterium ist die Schnurklasse. Hiervon hängt ab, für welche, beziehungsweise wie schwere und kräftige Fische die Schnur geeignet ist. Das zweite Kriterium ist das Profil der Schnur. Es gibt die drei Profile Weight Forward, Double Taper und Shooting Taper. Sie beeinflussen maßgeblich die Flugeigenschaften. Das dritte Kriterium sind die Schwimmeigenschaften. Es gibt die drei Varianten schwimmend, intermediate und sinkend. Sie entsprechen dem Fliegenfischen mit trockener, nasser oder sinkender Fliege.

Was ist die Backingschnur beim Fliegenfischen?

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Die Backingschnur, auch Nachschnur genannt, ist eine Reserveschnur, die noch vor der Flugschnur auf die Rolle kommt. Sie ist üblicherweise bunt und geflochten und ist besonders wichtig, wenn, etwa beim Angeln mit dem Streamer große Fische beißen. In den mittleren Schnurklassen sollte sie eine Tragkraft von 9 kg haben. Darüber hinaus dient sie als Unterlage für die Flugschnur, verdickt dabei die Achse der Rolle und verhindert, dass sich die Flugschnur zu leicht kringeln kann.

Welche Fliege zu welcher Jahreszeit beim Fliegenfischen?

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Welche Köder man zum Fliegenfischen nutzt, hängt nicht nur von der Jahreszeit ab, jedoch bietet sie, entsprechend dem Entwicklungszyklus der lebenden Vorbilder, gute Anhaltspunkte. Eine Faustregel lautet: je später im Jahr, desto kleiner die Fliegen. Im Frühjahr jagen insbesondere Forellen gerne die mehrere Zentimeter großen Maifliegen und auch größere Raubfische erbeuten die ersten laichenden Frösche, welche durch Streamer imitiert werden. Im Sommer sind etwas kleinere Nassfliegen die beste Wahl und sollten im weiteren Jahresverlauf gegen immer kleiner werdende und tiefer sinkende Köder getauscht werden, bis im Winter nur noch kleine Nymphen eingesetzt werden.

Warum ist Fliegenfischen die schonendste Angelmethode?

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Fliegenfischen ist deshalb besonders schonend, weil die Fische durch die kleinen Köder scheinbar besonders wenig gestresst werden. Das schon sowohl den Fisch, als auch das Gewässer, welches beim erfolgreichen Fang weniger belastet wird. Darüber hinaus sind die Fliegen wiederverwendbar im Gegensatz zu manchen anderen Ködern und bestehen oft aus Federn oder Tierhaaren, welche auf natürlichem Wege abgebaut werden, falls die Köder beschädigt werden oder verloren gehen. Beim Streamer entfallen diese Vorteile jedoch teilweise.

Vortiele und Nachteile des Fliegenfischens

Fliegenfischen_vorteile_nachteile
Vorteile Nachteile
abwechslungsreiches Angeln mit leichter Ausrüstung erfordert spezielle Ausrüstung und eventuell einen Kurs zum Erlernen der richtigen Wurftechniken
Fliegenbinden kann zu einem Teilhobby werden
besonders schonende Angeltechnik